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Studie zu gebrauchten Einmalprodukten
In der neusten Ausgabe der "Re-Use News" (www.bvmed.de/reuse.htm) berichtet der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) über eine neue
Publikation von Prof. Dr. Dr. Andreas Beck, der den Zustand medizinischer Einmalprodukte aus der Angiographie nach der Anwendung im Patienten und nach der Wiederaufbereitung untersuchte. Eine signifikante Anzahl der
Produkte wies dabei anwendungsbedingte Defekte wie Knicke, Risse und Materialveränderungen auf. Durch die Aufbereitungsverfahren wie Reinigung und Sterilisation kamen weitere Schädigungen hinzu. Fazit des Chefarztes
vom Institut für Röntgendiagnostik und Nuklearmedizin in Konstanz: Die Aufbereitung von Einmalprodukten steht nicht im Einklang mit dem Patientenwohl. Bereits seit zehn Jahren untersucht Professor Beck die
Qualität von medizinischen Einmalprodukten, die in der Angiographie und Angioplastie zum Einsatz kommen. Mit verschiedenen analytischen und mikroskopischen Techniken wurden u. a. Katheter, Interventionsbestecke,
Führungsdrähte und Angioskope untersucht. Die Produkte wiesen dabei durch ihre Anwendung im Patienten zahlreiche Defekte auf, die sie für eine Aufbereitung und erneute Verwendung ungeeignet machen. Professor Beck
setzte sich auch mit wieder aufbereiteten Einmalprodukten auseinander. Aus verschiedenen Kliniken erhielt er insgesamt 90 Katheter und Führungsdrähte, die von externen Unternehmen aufbereitet wurden. 42 der 90
Produkte wiesen deutliche Schäden auf. 23 gebrauchte Katheter, die mit Hilfe von Licht- und Elektronenmikroskopen als schadhaft identifiziert wurden, schickte man an externe Unternehmen zur Aufbereitung: Alle
Produkte wurden widerspruchslos angenommen und für die Anwendung am Patienten frei gegeben. Deshalb verweist Professor Beck die Anwender darauf, dass sie die Haftung für eventuelle Folgeschäden eines schadhaft
aufbereiteten Einmalprodukts selbst zu tragen haben. Er plädiert an alle Ärzte, die Katheter, Angioskope und Zubehör aufbereiten lassen, die Patienten über das Risiko der Wiederverwendung dieser Einmalprodukte
aufzuklären. In seiner Tätigkeit sei ihm bisher noch kein Patient begegnet, der dem zugestimmt hätte. Das reich illustrierte Werk ist in dritter, erweiterter Auflage in englischer Sprache beim Schnetztor-Verlag,
Konstanz, unter dem Titel "Potential Reuse? A Study of the Private and Professional Reprocessing of Catheters, Guidewires, and Angioscopes" erschienen (ISBN: 3-87018-114-1). Der BVMed spricht sich seit
längerem gegen die Wiederaufbereitung von Medizinprodukten aus, die vom Hersteller nur zum Einmalgebrauch gekennzeichnet werden. Denn im Vordergrund der Überlegungen muss nach Ansicht des BVMed immer die Sicherheit
und Gesundheit der Patienten und des medizinischen Personals stehen, nicht jedoch eine eventuelle Kostenersparnis durch eine Wiederaufbereitung. Detaillierte Informationen zum Thema sowie die "Re-Use News"
befinden sich im Internet auf der Seite www.bvmed.de/reuse.htm.
Quelle: Pressemitteilung des BVMed vom 20.03.2001 Nr. 18/01. Kontakt: Manfred Beeres M.A., Kommunikation/Presse, BVMed, Tel. (06 11) 9 76 75-17
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