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Hautdesinfektion reicht oft nicht aus
von Deutsche Krankenhausgesellschaft/Ärzte-Zeitung im Dec.2000
Starke Unterschiede bei der Keimbelastung / Inzisionsfolien beugen Wundinfektionen vor. Bei jedem vierten Menschen reicht die Hautdesinfektion
vor Op nicht aus.
Eine Millionen nosokomiale Infektionen gibt es nach einer Studie der Deutschen Krankenhausgesellschaft jedes Jahr in Deutschland, jede fünfte davon ist eine Wundinfektion. Viele dieser
Komplikationen wären vermeidbar, wenn Hygieneregeln besser beachtet und antiseptische Maßnahmen konsequent angewandt würden. So kann mit antimikrobiell beschichteten Inzisionsfolien die Verschleppung von Hautkeimen
des Patienten in Operationswunden erheblich besser verhindert werden als mit der Hautdesinfektion mit Antiseptika. Wundinfektionen würden oft als unvermeidbar angesehen, weil die beteiligten Keime oft von der
Haut des Patienten selbst stammen, hat Professor Heinz-Peter Werner vom Centrum für Hygiene und Medizinische Produktsicherheit GmbH in Schwerin bei einer Pressekonferenz des Unternehmens 3M in Düsseldorf bemängelt.
"Es ist aber eine Katastrophe, wenn Hautkeime in die Nähe von Knochen oder zu einer Endoprothese gelangen", sagte der Facharzt für Hygiene. Eine solche Keimverschleppung während der Operation müsse daher
unbedingt vermieden werden. Daß eine Hautdesinfektion Keime oft nicht ausreichend für eine Operation abtötet, berichtete Dr. John Pournoor vom 3M Infection Prevention Discovery Center in St. Paul im US-Staat
Minnesota. Studienergebnisse des Zentrums belegen, daß die Haut von Menschen sehr unterschiedlich dicht besiedelt ist, und daß dort zwischen 100 bis viele 100 000 Bakterien pro Quadratzentimeter vorkommen. Eine
Desinfektion mit Chlorhexidin- oder Alkohol-haltigen Antiseptika verringerten den Keimbesatz auf ein Zehntel bis ein Hundertstel, was bei etwa jedem vierten Patienten wegen hohen Keimbesatzes zu wenig sei. Um die
Wirkung antiseptischer Maßnahmen zu erforschen, benutzt man in St. Paul inzwischen gentechnisch veränderte Staphylococcus epidermidis, die ein Leuchtbakterien-Gen tragen. Kolonien des Keimes können so von einer
empfindlichen Kamera fotografiert werden. In Tierversuchen sei damit belegt worden, daß eine antimikrobiell beschichtete Wundfolie, die vor Eingriffen auf das Operationsfeld geklebt wird, effektiv die Keimzahl auf
der Haut verringert. Weitere Maßnahmen, mit denen sich Wundinfektionen verringern lassen, sind etwa Abdecksysteme, die für Flüssigkeiten undurchlässig sind. "Werden Baumwolltücher feucht, können
Krankheitskeime sie nämlich passieren", sagte Hans-Joachim Drees von 3M. Ein Risiko sei es auch, Haare vor einer Op mit Einmalrasierern zu entfernen. Mikroverletzungen förderten dann das Keimwachstum. Mit
speziellen OP-Rasiern können solche Verletzungen vermieden werden.
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