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Die Personalbedarfsberechnung wurde in der Vergangenheit oft anhand von Anhaltszahlen vorgenommen. a)1 Kraft auf 180 grosse Operationen b)1 Kraft auf 350 mittlere Operationen
c)1 Kraft auf 800 kleiner Operationen. Diese Berechnungsmethode ist überholt und wird heute in Wirtschaftlichkeitsprüfungen nicht mehr angewandt. Eine präzise Berechnung orientiert sich an den reinen
Operationsminuten, wobei in den Rechenmodellen unterstellt wird, dass bei 300 reinen Operationsminuten (5Std.) 2 Kräfte 8 Stunden ausgelastet sind.
Reine Operationsminuten : Der Begriff reine Operationsminuten bezieht sich im allgemeinen auf die Zeitspanne zwischen "Schnitt" und "Naht" eines Eingriffs.
Es ist darauf hinzuweisen, dass die für uns als Operationspersonal notwendige Arbeitszeit wesentlich länger ist. Dazu muss dem Arbeitgeber folgendes verdeutlicht werden: bei einer durchschnittlichen
Operation wird folgende zusätzliche Zeit benötigt a)ca. 20-30 Minuten vor dem geplanten Zeitpunkt "Schnitt" wäscht sich die/der Instrumentierende und kleidet sich mit Hilfe des Springers steril an.
b)die nachfolgende Vorbereitung der Instrumentiertische nimmt ca 15-20 Minuten in Anspruch. c)sobald der Patient im Saal ist, wird er gelagert, abgewaschen und steril abgedeckt. Der dafür notwendige Zeitaufwand
ist mit durchschnittlich 5-10 Minuten anzusetzen. Erst jetzt erfolgt der eigentliche Schnitt, das OP-Personal ist aber oftmals bereits über eine halbe Stunde tätig.
Auch der Begriff "Naht" muß interpretiert werden, da er nicht automatisch das Ende der Tätigkeit des OP-Personals bedeutet. Nach der "Naht" wird ein Verband(u.U. auch ein Gips)
angelegt, die Instrumentierende räumt anschliessend die Instrumententische ab und der OP-Saal muss einer Zwischenreinigung unterzogen werden.
Das Deutsche-Krankenhaus-Institut hat in Seminaren zur OP-Organisation die Methode zur Personalbedarfsberechnung dahingehend modifiziert, dass mit der Berechnung nur folgende Arbeiten abgedeckt sein
sollen: a)Vorbereiten der Instrumentiertische b)Operation c)Aufräumen der Instrumententische.
Folgende Tätigkeiten sind jedoch nicht berücksichtigt: -Reinigung der Instrumente -Pflege und Wartung der Instrumente -Packen der Siebe und Trommeln
-fachgerechtes falten der Wäsche/bzw. Disposition der Einmal-/Mietwäsche -Organisatorische Arbeiten wie Materialdisposition, Dienstpläne usw. -Fortbildung.
Auch die Einarbeitungszeit des Personals kann in einer sachbezogenen Personalbedarfsberechnung nicht unberücksichtigt bleiben. Auf dem Arbeitsmarkt ist kaum ausgebildetes OP-Personal vorhanden. Bis
eine examinierte, aber OP unerfahrene Krankenschwester instrumentieren kann, vergeht bis zu 1 Jahr. In dieser Zeit muss die Kraft immer wieder als 2.Instrumentierende eingesetzt und angelernt werden, obwohl vom
Eingriff her eine Doppelbesetzung nicht notwendig wäre.
Aus den vorgenannten Gründen sollte man die nachfolgende Berechnungsmethode anwenden:
Ansatz: Bei 4Std. reiner OP-Tätigkeit (Schnitt/Naht) sind 2 Kräfte 8 Stunden ausgelastet.
Rechenweg: Anzahl der Tages-OP-Minuten in der Abteilung X 2 (Kräfte) X 7,7 (Std.-Arbeitszeit) X 250 (Arbeitstage) das Ergebnis dividiert durch 240 (Min.(4Std.)) X 1600 (Nettoarbeitsstunden). Daraus
ergibt sich der Personalbedarf pro Arbeitstag. Jetzt kann man anhand von Urlaubs.- und durschnittlichen Fehlzeiten den Personalbedarf für die Abteilung errechnen.
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