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1. Einleitung
Diesen Praxisbericht widme ich dem Thema Knie – Totalendoprothese, die ca. 100 mal/Jahr in
unserem Haus implantiert wird.
Vorwiegend wird hier die bicondyläre LCS - Knieprothese der Fa. DePuy mit beweglichen Polyethyleninlays
implantiert.
Meistens (> 95%) wird die zementfrei Version im Pressfit-Verfahren eingesetzt.
Abbildung Rotierende Plattform
* =Low contact stress
2. Bereitzustellende Materialien
2.1. Verbrauchsgüter
Nahtmaterial
PDSII 1-CT1 1 Naht der Faszie
PDSII 2/0-CT1 1 Naht des Subcutangewebes
Resolon 3/0-DS18 2 Naht der Haut
Resolon 2/0-DS30 1 Annähen der Redondrainagen
Einmalmaterialien
Skalpellklingen Fig. 20 2
Einmalskalpell Fig. 11 1
Folioplast SK 3 Abkleben d. Blutleeremanschette / Einwickeln des Unterschenkels
Redondrainage 14 Ch. 1 subfaszial
Redondrainage 12 Ch. 1 subcutan
Blasenspritze 1
Inzisionsfolie mittel 1
Kompressen 10X20 20
Saugeransatz 10mm 1
Saugerschlauch 1
Autotransfusionssystem 1
Redonflasche 1
Redonverbindung 1
Handschuhe n. OP-Team
2.2. Container
Weichteil groß 1 Grundinstrumente Traumatologie
Howmedica Druckluft 1 Druckluftmaschiene
Knieprothesen Instr. 1 1 Knocheninstr. / Spezialinstr.
Knieprothesen Instr. 2 1 ” ”
Beinhalter 1 Legholder n. Sternberg
2.3. Sterile Wäsche
E-Set 1 Fa. Rentex
Tischbezug 2 ” ”
Kittel 1/3 1 ” ”
2.4. Sonstiges
Handgriffe f. OP-Lampe 2
3. OP - Vorbereitung
3.1.Pflegestation
-Röntgenuntersuchung Thorax, NNH, betroffenes Knie mit US in 2E.
-Allgemeine chirurgische Anamnese, insbesondere um Allergien oder
sonstige Besonderheiten herauszufinden.
-Krankengymnastische Übungen, um den Pat. für das postoperative
Gehen mit Unterarm-Gehstützen zu trainieren.
-Einlage eines Blasendauerkatheters n. Absprache.
-Rasur der gesamten Extremität direkt praeoperativ.
3.2.Anaesthesie
-Anaesthesielogische Anamnese am Vortag.
-Einschleusen des Pat. auf einen OP-Tisch mit langem Beinteil,
Wärmematte und Esemtan-Gelmatte.
-Infusionsarm, wenn möglich, li.
-“single shot” Antibiotika-Gabe.
-Allgemeinanaesthesie mit 3in1 Block oder Spinalanaesthesie.
3.3.OP-Pflege
-Aufhängen des “freien” Arm am Narkosebügel um Nervenschädigungen
durch Druckbelastung im Ellenbogenbereich vorzubeugen.
-Anbringen der Neutralelektrode ipsilateral im Hüftbereich.
-Polstern der kontralateralen Ferse mit Watte
-Anlegen der Blutleeremanschette möglichst weit proximal und
Auswickeln der Extremität mit der Esmarch-Binde.
-Positionieren und befestigen der Grundplatte des Beinhalters n.Sternberg.
-Abkleben der Blutleeremanschette mit selbstklebendem Foliodrape und
Ausbreiten von Moltontüchern unter dem Bein.
-Hochhalten der Extremität zur Hautdesinfektion.
3.4.Abdeckung
-Proximal zirkuläres Abkleben mit 2 Foliodrape selbstklebend.
-Abdecken des anderen Beines mit sterilem Tuch.
-Einschlagen von Fuß und distalem Unterschenkel in ein Foliodrape
sebstklebend und Umwickeln mit steriler Watte.
-Anbringen der Beinschale des Beinhalters und Fixierung mit elastischer Wickel.
-Überziehen des Goretex Lochtuches mit Kordelzug.
-Ankleben der Inzisionsfolie und Positionieren des Beinhalters.
-Angeben von Sauger, Kauter und Druckluftschlauch.
4. OP – Ablauf
-Medianschnitt über dem Kniegelenk.
-Skalpellwechsel und Durchtrennen des subcutanen Gewebes, anschließend Blutstillung mit
Pinzette und Kauter.
-Eröffnen der Faszie mit Skalpell und Schere
-Resektion von Synovia, Menisken,Hoffa’schem Fettkörper, vorderem Kreuzband und
gegebenenfalls hinterem Kreuzband.
-Aufstellen des Beins und subperiostale Ablösung der Kapselbandstrukturen am medialen
Tibiakopf mit Skalpell und Raspatorium.
-Positionieren der Tibiaresektionsehre und Resektion der Tibiagelenkfläche mit der oszillierenden Säge.
-Ausrichten der AP-Femurresektionslehre und Fixierung mit Pins.
-Bohren des intramedullären Führungslochs mit dem 9mm Bohrer, ventrale und dorsale
Femurresektion nach Kontrolle der Rotation mittels Distanzblock.
-Die ausgewählte distale Femurresektionslehre wird mit Hilfe des intramedullären Ausrichtstabes
eingesetzt und die Varus-/Valgus- Ausrichtung und der Beugespalt überprüft.
-Durchführen der distalen Femurresektion, anschließend erneutes Überprüfen von
Varus-/Valgus-Ausrichtung, Beuge- und Streckspalt.
-Aufsetzen der Endbearbeitungslehre und Bohren der beiden femoralen Verankerungslöcher mit dem
6,4mm Bohrer.
-Resektion der ventralen und dorsalen Schrägkanten und Vorbereiten der Trochlea mit
Stichsäge und Meißel.
-Aufsetzen der Femur-Probeprothese
-Darstellen der Tibiafläche mit Hohmann Haken und Auswahl der Tibiaprothesengröße.
-Einschlagen der Rundstanze entsprechender Größe und Stanzen eines Pilotloches mit dem
inneren Stößel.
-Mit der Stanze wird der tibiale Konus vorbereitet und die Spongiosa verdichtet.
-Anreichen und Einschlagen der tibialen Originalprothese, der rotierenden Platform bzw. der Menisken,
und der femoralen Originalprothese.
-Falls Patella-Rückflächen-Ersatz, Resektion der Patellarückfläche, Fräsen der Patellarinne
für das Verankerungskreuz und anschließend Implantation der Prothese.
-Ausspülen des Operationsgebietes, Einlegen einer intraartikulären Redondrainage, Fasziennaht.
-Einlegen einer subcutanen Redondrainage und subcutane Naht.
-Anschließend, nach entfernen der Inzisionsfolie und Hautdesinfektion, Hautnaht und Drainagenannaht.
-Anschließen von Autotransfusionssystem und Redonflasche.
5. OP – Nachbereitung
-Fixierung von Kompressen mit steriler Watte über der Operationswunde.
-Entfernen der Abdeckung und Wickeln des gesamten Beines mit elastischen Binden.
-Entsorgung der Instrumente, Siebschalen und Container.
-Desinfektion der Instrumententische, des Bodens und des Saugers.
-hygienische Händedesinfektion.
6. Literaturnachweis
-LCS OP-Technik Fa. DePuy
-20 Jahre LCS Knie-System Fa. DePuy
-OP-Journal Nr.3 / 1995 “Das künstliche Kniegelenk”
-Pflegeleitfaden OP Auflage 1/1996
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