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Sprunggelenksfrakturen – Malleolarfrakturen
Die Einteilung der Malleolarfrakturen erfolgt nach “Danis-Weber”.
Frakturtypen-Weber A-C (s.h. Lokalisation)
1. Ätiologie:
o Umknickverletzungen; Folgende Mechanismen können eine Fraktur verursachen:
Pronation1, Eversion2, Supination3, Abduktion4, Adduktion5
o Seltener direktes Trauma
2. Lokalisation:
Weber-A Weber-B
Weber-C 1 Weber-C 2
Weber-A : Die Außenknöchelfraktur liegt auf Höhe oder distal6 des
Oberen Sprunggelenkes. Die Syndesmose und die
Membrana interossea sind stets unverletzt. An der Innen-
Seite des Sprunggelenkes finden sich fallweise Verletzungen
des Bandapparates oder Frakturen des Innenknöchels.
Weber-B : Die Fibulafraktur beginnt auf Höhe des oberen Sprung-
Gelenkes und zieht schräg nach proximal7. Die vordere Syn-
desmose ist häufig in die Verletzung mit einbezogen. Die M.
interossea bleibt dagegen in der Regel unverletzt. Am Innen-
knöchel findet sich häufig eine quere Abrissfraktur.
Weber-C 1 : Fraktur ohne Beteiligung der M. interossea. Die Fibulafraktur
liegt grundsätzlich proximal der Syndesmose. Die Syndes-
mose ist regelhaft mitverletzt. An der Medialseite des oberen
Sprunggelenkes finden sich Bandverletzungen oder Abriß-
Frakturen des Innenknöchels.
Weber-C 2 : Fraktur mit Beteiligung der M. interossea (1). Die M. inter-
Ossea kann in variabler Ausdehnung zerrissen sein und er-
Streckt sich stets vom oberen Sprunggelenk bis zur Fibula-
Fraktur. Im Sonderfall reicht die Verletzung der M. interossea
Bis auf Höhe des Fibulaköpfchens
3. Symptome:
o Schmerzqualität
o Schmerzlokalisation
o Gefühlsstörungen
o Schmerzen der proximalen Fibula
o Bewegungsstörung im Fuß
o Schwellung
o Belastungsunfähigkeit
4. Diagnostik
4.1 Klinische Untersuchung:
o Lokal: Schwellung, Hämatom, Weichteile, Hautkontusion, Druckschmerz
von Tibia bis zum Tibiaköpfchen, vorderes Syndesmosenband, Innenknöchel,
Gelenkspalt
o Belastungsunfähigkeit
o Peripherer arterieller und neurologischer Status
o Venenerkrankungen
o Bei Typ B Prüfung der Syndesmosenstabilität
4.2 Röntgenuntersuchung:
o Sprunggelenk in zwei Ebenen
o Evtl. gesamter Unterschenkel zum Ausschluß hoher Fibulafrakturen
o Evtl. CT
4.3 Diagnostische Schwierigkeiten:
o Erkennen einer hohen Tibialäsion
o Maissoneuve-Verletzung: Komplette tibiofibulare Dissoziation ohne Fibulafraktur
o Tibiale Impression
o Weberfraktur ist nur Begleitverletzung einer weiteren Unterschenkelfraktur
o Erkennen eines hinteren Kantenfragmentes
o Erkennen einer isolierten Syndesmosenverletzung
o Interpretation des Frakturtyps zur Ableitung der Therapieform
4.4 Differentialdiagnostik:
o Bandrupturen des fibularen Seitenapparates
o Abrissverletzungen der Basis des Metatarsale V
o Axiale Stauchungsverletzung im Bereich des oberen Sprunggelenkes
o Talusfraktur
o Kalkaneusfraktur
o Isolierte Wadenbeinfraktur nach direktem Trauma
5. Therapie
5.1 Nicht operativ:
o Allgemeine Kontraindikationen zur OP
o Lokale Kontraindikationen (AVK, Diabetes mellitus)
o Ulcera cruris
o Typ A, nicht disloziert
o Nichtdislozierte Typ B-Frakturen ohne Syndesmosenruptur
5.2 Operativ:
o offene Frakturen
o Frakturen mit erheblichem, geschlossenen Weichteilschaden
o Dislozierte Typ A-Frakturen
o Gering oder deutlich dislozierte Typ B-Frakturen
o Typ B-Frakturen mit Syndesmosenruptur
o Typ C-Frakturen
6. Häufigste operative Verfahren:
o Implantate: Schrauben, Platten, Zuggurtung
o Bei persistierender Instabilität der Syndesmosenregion evtl. Stellschraube
o Stellschraube bei hoher Weber C-Fraktur und ggf. Naht des Syndesmosenbandes
o Fixateur extern bei schwerem Weichteilschaden
7. OP-Zeitpunkte:
o Notfälle: offene Frakturen; massives Hämatom; geschlossener Weichteilschaden;
drohender innerer Dekubitus über dem Knöchel; Spannungsblasen;
persistierende Luxation
o Alle übrigen möglichst primär innerhalb der ersten 6-8 Stunden und darüber
hinaus bis zum Beginn der Ödemphase
o Sekundäre Versorgung nach Abschwellen
8. Risiken und Komplikationen
o Haut evtl. nicht primär verschließbar
o Nervenausfälle (sensibel/motorisch)
o Nachblutung
o Infektion
o Wundrandnekrose
o Thrombose, Embolie
o Fehlstellung mit Subluxation
o Gelenkstufe der Hinterkante
o Fibularverkürzung
o Rotationsabweichung der Fibula
o Knorpeldefekte
o Früharthrose
o Syndesmoseninsuffizienz, erweiterte Gelenkgabel
o Allergie gegen Implantat
o Verzögerte Knochenbruchheilung
o Pseudarthrose
o Implantatversagen
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